Format: Online
Zeitraum: Oktober 2026 bis Juni 2027
Umfang: 8 Online-Impulse + 1 Digital Round Table
Anmeldung: ab Juni 2026
Künstliche Intelligenz, digitale Medien und algorithmisch geprägte Informationsräume verändern Lernen, Kommunikation, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe. Die Impulsreihe „KI, Medien & Bildung“ bietet Orientierung, fachliche Impulse und Raum für Austausch zu aktuellen Fragen rund um Medienbildung, Demokratiebildung, digitale Souveränität, Recht, New Work, Mental Health, Lernprozessgestaltung und Prüfungskultur.
Die Reihe baut auf den erfolgreichen Durchgängen von „KI in der Berufsbildung – Herausforderungen und Chancen“ mit mehr als 1.500 Teilnehmenden auf und erweitert den Blick auf Bildung im Kontext von KI, Medienwandel und gesellschaftlicher Verantwortung.
Zielgruppe
Lehrpersonen, Lehramtsstudierende, Hochschullehrende, Multiplikator:innen und Bildungsinteressierte
Format
Online-Impulse à 90 Minuten mit fachlichem Input, moderierter Diskussion und Austauschmöglichkeit. Den Abschluss bildet ein Digital Round Table. Die Aufzeichnungen werden über LEON zugänglich gemacht.
Anmeldung
Die Anmeldung ist ab Juni 2026 möglich.
Übersicht - Impulsreihe im Studienjahr 2026/27
Demokratiebildung
Andre Wolf
Kritisches Denken und Urteilskraft
Mag. Dr. Cornelia Mooslechner-Brüll
Medien und Mental Health
Dr. Oliver Scheibenbogen
Recht und digitale Souveränität
Prof. Dr. Markus Frischhut, LL.M.
New Work und KI
Mag. Michael Schützenhofer
Lernprozessgestaltung und KI-Kompetenz
Prof. (FH) Mag. (FH) Barbara Geyer, PhD
Aufgabenkultur und Prüfung
Dr. Martina Braasch
Medienkompetenz
Nana Siebert
Digital Round Table: Dialog und Transfer
Mag. Martin Erian · HS-Prof. Mag. Dr. Sonja Gabriel, MA MA · Mag. Bernhard Gmeiner · Ass.-Prof. MMag. Dr. Elke Höfler · Dr. Jakob Hörtnagl
„Aufklärung ist keine Kampfansage an Lügen, sondern eine Einladung zur Vernunft.“
Andre Wolfim MIMIKAMA-Report „Die Wahrheit über die Lüge“
15. Oktober 2026, 17:00–18:30 Uhr
Demokratiebildung
Künstliche Realität, echte Folgen: Demokratiebildung mit KI
Andre Wolf
Künstliche Intelligenz verändert, wie wir Informationen wahrnehmen. Deepfakes, synthetische Bilder und Texte wirken täuschend echt und erschweren die Einordnung. Dieses erste Modul zeigt, welche Folgen das für Demokratie und Meinungsbildung hat, und macht sichtbar, wie leicht sich Wahrnehmung verschieben lässt. Es vermittelt grundlegendes Verständnis, erklärt typische Manipulationsmechanismen und zeigt, warum Vertrauen zur zentralen Herausforderung wird.
Andre Wolf ist Kommunikationsexperte und Pressesprecher von Mimikama. Er beschäftigt sich mit Desinformation, Fake News, Medienkompetenz und der Frage, wie digitale Manipulationen erkannt und eingeordnet werden können.
17. November 2026, 17:00–18:30 Uhr
Kritisches Denken und Urteilskraft
Was heißt es, kritisch zu denken?
Mag. Dr. Cornelia Mooslechner-Brüll
In einer von grenzenloser Informationsfülle und generativer KI geprägten Lebenswelt gerät das menschliche Denken zunehmend unter Druck. Doch was bedeutet kritisches Denken im Kern? Wir versuchen, Denken abseits von reiner Datenverarbeitung neu zu fassen: als die aktive, zutiefst menschliche Praxis des Urteilens. Der Impuls beleuchtet philosophisch, warum wir in Schulen keine reinen Informationsverwalter ausbilden dürfen und wie die Kultivierung der eigenen Urteilskraft zur wehrhaften demokratischen Praxis wird. Denn Algorithmen berechnen Wahrscheinlichkeiten – doch nur der Mensch kann urteilen und Verantwortung übernehmen.
Cornelia Mooslechner-Brüll ist Philosophin, Philosophische Praktikerin und Lehrende. Sie arbeitet zu Fragen des Denkens, Urteilens, Philosophierens und der philosophischen Lebenskunst.
3. Dezember 2026, 17:00–18:30 Uhr
Medien und Mental Health
Die Dosis macht das Gift?
Dr. Oliver Scheibenbogen
Wie bei anderen problematischen Konsumformen führt ein übermäßiger Konsum von Social Media & Co zur Reduktion der mentalen Gesundheit. Doch wo ist die kritische Grenze? Welche Faktoren spielen eine Rolle bei der Entwicklung von psychischen Problemen im Kontext der Mediennutzung? Wie entstehen internetbezogene Abhängigkeitserkrankungen? Der Vortrag versucht, auf all diese Fragen eine erste Antwort zu geben.
Oliver Scheibenbogen ist Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen unter anderem in psychischer Gesundheit, Mediennutzung, internetbezogenen Abhängigkeitserkrankungen und psychosozialen Belastungen.
13. Jänner 2027, 17:00–18:30 Uhr
Recht und digitale Souveränität
EU-Recht, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität
Prof. Dr. Markus Frischhut, LL.M.
Dieser Beitrag gibt einen Überblick über ausgewähltes Recht der Europäischen Union (EU) im Bereich Digitalisierung, mit einem besonderen Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) und die EU-Verordnung über Künstliche Intelligenz (VO KI), inkl. ihrer zugrundeliegenden Philosophie und Struktur. Dieser Vortrag thematisiert auch die Frage der digitalen Souveränität, eine Frage, die sowohl einzelne Personen betreffen kann, die Situation von EU-Mitgliedstaaten, aber auch die EU als solches.
Markus Frischhut ist Jean Monnet Professor und Fachbereichsleiter für EU-Recht am MCI. Er forscht und lehrt zu EU-Recht, europäischen Werten, Ethik, Gesundheitsrecht und Digitalisierung.
22. Februar 2027, 17:00–18:30 Uhr
New Work und KI
Worauf bereiten wir junge Menschen eigentlich vor?
Mag. Michael Schützenhofer
KI verändert Arbeit nicht nur durch neue Tools, sondern durch neue Anforderungen: Fragen stellen, einordnen, entscheiden, Verantwortung übernehmen. Schule wird damit noch wichtiger, denn wer mit KI arbeitet, braucht nicht weniger Bildung, sondern mehr Urteilskraft und Selbstführung. Der Impuls zeigt, wie KI Berufsbilder, Routinetätigkeiten und Kompetenzen verändert – und wie Lehrende Schüler:innen darauf vorbereiten können, in einer KI-geprägten Arbeitswelt handlungsfähig zu bleiben. Nicht bloß KI bedienen, sondern verstehen, wann ihr Einsatz sinnvoll ist und wann menschliches Denken unverzichtbar bleibt. Kernthese: Die Zukunft der Arbeit gehört nicht denen, die KI nutzen, sondern denen, die wissen, wofür – und wofür nicht.
Michael Schützenhofer ist Wirtschaftsinformatiker, Unternehmensberater und Digitalstratege. Er begleitet Organisationen bei strategischer Unternehmensführung, digitaler Transformation, KI und zukunftsfähigen Geschäftsmodellen.
„Die Fachkompetenzschwelle ist nicht nur eine pädagogische Frage. Sie ist eine demokratische.“
Barbara Geyerim Blog „KI in Lehre und Weiterbildung“ Professorin an der FH Burgenland und Leiterin des Masterstudiengangs E-Learning & Wissensmanagement
10. März 2027, 17:00–18:30 Uhr
Lernprozessegestaltung und KI-Kompetenz
Ohne Fachwissen keine KI-Kompetenz
Prof. (FH) Mag. (FH) Barbara Geyer, PhD
Wer sich mit einem Fachgebiet nicht auskennt, erkennt auch nicht, wo der KI-Output danebenliegt. Denn dieser sieht immer professionell aus, auch wenn er falsch ist. Die KI-Fachkompetenzschwelle bezeichnet die Grenze des Vorwissens, unterhalb derer die Nutzung von KI nicht nur wirkungslos, sondern kontraproduktiv wird. Aktuelle Studien zeigen, dass Lernende, die ihre Denkarbeit an KI delegieren, am Ende weniger verstehen als Gleichaltrige, die keine KI nutzen. Der Vortrag geht konkret der Frage nach, welche Konsequenzen sich für Unterricht und Leistungsbeurteilung ergeben. Welches Wissen müssen Schülerinnen und Schüler zuerst ohne KI aufbauen, damit KI mit ihnen überhaupt wirken kann? Wie beurteile ich Fachtiefe, wenn Arbeiten makellos aussehen, ohne Verstehen zu belegen? Wie gestalte ich Prüfungen, die zwischen Delegation und echtem Denken unterscheiden?
Barbara Geyer ist Professorin an der FH Burgenland und leitet den Masterstudiengang E-Learning & Wissensmanagement sowie die Stabsstelle Instructional Design. Sie beschäftigt sich mit KI in Lehre, Hochschuldidaktik, Prüfungsformaten und der Gestaltung lernwirksamer Aufgaben.
19. April 2027, 17:00–18:30 Uhr
Aufgabenkultur und Prüfung
Neue Aufgabenkultur und Prüfungsformate im KI-Zeitalter
Dr. Martina Braasch
Wenn KI jede Aufgabe in Sekunden löst, stellt sich die Frage: Wie prüfen wir eigentlich lernwirksam und zeitgemäß? Klassische Aufgabenformate messen oft genau das, was KI am besten kann – reproduzieren, zusammenfassen, formulieren. Eine zeitgemäße Aufgabenkultur denkt deshalb neu: nicht gegen KI, sondern mit ihr. Und zwar so, dass eigenes Nachdenken und Anwenden nötig wird. Der Vortrag zeigt konkret, welche Aufgaben- und Prüfungsformate im KI-Zeitalter tragen. Open-Book-Klausuren sind dabei ein passendes Beispiel dafür, wie Prüfungen gezielt auf Verstehen und Transferleistung ausgerichtet werden können, statt auf das Abrufen von Wissen, das ohnehin verfügbar ist.
Martina Braasch ist Expertin für innovativen digitalen Unterricht, KI in der Schule und alternative Prüfungs- und Bewertungsformate. Sie unterstützt Lehrkräfte dabei, digitale Medien und KI praxisnah und lernwirksam im Unterricht einzusetzen.
„Medienkompetenz ist Überlebenskompetenz"
Nana Siebert bei den EDUdays 2026Mitglied der Chefredaktion des STANDARD und Initiatorin der „Initiative Zukunft Medienkompetenz"
20. Mai 2027, 17:00–18:30 Uhr
Medienkopmetenz
Wir haben ein neues Mediensystem – KI, Fakes und die Rolle der Schule
Nana Siebert
Dieser Onlineimpuls beleuchtet die tiefgreifenden Veränderungen unserer medialen Öffentlichkeit. Ausgehend von persönlichen Beobachtungen und gesellschaftlichen Dynamiken zeigt Nana Siebert, wie soziale Netzwerke, Plattformlogiken und algorithmische Strukturen die Art verändern, wie wir Informationen wahrnehmen, verbreiten und bewerten. Dabei geht es nicht nur um Medien im klassischen Sinne, sondern um ein neues Zusammenspiel von Aufmerksamkeit, Emotion und digitaler Vernetzung. Siebert lädt dazu ein, die eigene Mediennutzung kritisch zu reflektieren und die Rolle jedes Einzelnen in diesem neuen System zu verstehen. Der Vortrag eröffnet neue Denk- und Diskussionsräume über Verantwortung, Einfluss und Möglichkeiten in einer veränderten Kommunikationswelt.
Nana Siebert ist stellvertretende Chefredakteurin von DER STANDARD. Sie arbeitet zu Medienwandel, digitalem Journalismus und Medienkompetenz und hat die „Initiative Zukunft Medienkompetenz“ mitbegründet.
2. Juni 2027, 17:00–18:30 Uhr
Digital Round Table
KI, Medien & Bildung im Dialog
Mag. Martin Erian · HS-Prof. Mag. Dr. Sonja Gabriel, MA MA · Mag. Bernhard Gmeiner · Ass.-Prof. MMag. Dr. Elke Höfler · Dr. Jakob Hörtnagl
Dieser abschließende Online-Impuls bietet als digitaler Round Table die Möglichkeit, zentrale Erkenntnisse der Reihe gemeinsam zu reflektieren, unterschiedliche Perspektiven miteinander in Beziehung zu setzen und offene Fragen weiterzudenken. Aufbauend auf den Impulsvorträgen kommen Teilnehmende und Expert:innen in einen dialogischen Austausch, der Raum für Vertiefung, Einordnung und auch für kritische Auseinandersetzung schafft.
Im Fokus steht dabei nicht nur die Rückschau auf zentrale Themen wie Demokratiebildung, Medienkompetenz oder digitale Souveränität, sondern auch der Transfer in die Praxis: Welche Konsequenzen ergeben sich für Bildungsinstitutionen, Lehr- und Lernsettings sowie für individuelles Handeln im digitalen Raum? Welche Spannungsfelder bleiben bestehen, und wo eröffnen sich neue Handlungsspielräume?
Der Round Table versteht sich als offenes Format, das Vernetzung fördert, unterschiedliche Erfahrungsräume sichtbar macht und dazu einlädt, gemeinsame Perspektiven für einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit KI und Medien zu entwickeln.
Martin Erian ist Lehrer, Fortbildner und Vortragender. Er arbeitet an der Schnittstelle von Unterricht, digital unterstütztem Lernen, Deutschdidaktik und innovativen Lehr- und Lernformaten.
Sonja Gabriel ist Hochschulprofessorin für Mediendidaktik und Medienpädagogik an der KPH Wien/Krems. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in digitaler Bildung, generativer KI, Medienethik, Game-based Learning und mediendidaktischen Designs.
Bernhard Gmeiner ist AHS-Lehrer, Autor und Vortragender zu KI im Bildungsbereich. Er beschäftigt sich mit KI im Schulalltag, ethischen Fragen, Schulentwicklung und zeitgemäßer Leistungsbeurteilung.
Elke Höfler ist Wissenschaftlerin an der Universität Graz mit Schwerpunkten in Mediendidaktik, Sprachendidaktik, Künstlicher Intelligenz, Futures Literacy, Multiliteracies und digitalen Medien.
Jakob Hörtnagl bringt die Perspektive der Hochschullehre, Lehrer:innenbildung und medienpädagogischen Praxis in den Digital Round Table ein.

Rückblick: Impulsreihe „KI in der Berufsbildung“
Mit der Impulsreihe „KI in der Berufsbildung – Herausforderungen und Chancen“ wurden in mehreren Durchgängen mehr als 1.500 Teilnehmende erreicht. Die Reihe bot fachliche Orientierung zu den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Arbeitswelt, Berufsbildung und Unterricht und thematisierte unter anderem neue Kompetenzanforderungen, New Work, Nachhaltigkeit, Regulierung und berufsbildenden Unterricht im KI-Zeitalter.
Aufzeichnungen und Materialien sind über LEON verfügbar.