MINT-Future Day an der PH Tirol

Die Begeisterung für MINT – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – im pädagogischen Alltag zu verankern: das war das Ziel des ersten MINT-Future-Day.

Roboter programmieren, Drohnen durchs Klassenzimmer steuern und kleine Kraftwerke bauen: In Tirols Bildungseinrichtungen sind MINT-Angebote längst im Aufwind. Genau diese Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) vermittelte der erste MINT-Future-Day am 24.11.2025 an der Pädagogischen Hochschule Tirol (PH Tirol). Die Veranstaltung bot rund 200 Elementarpädagog:innen und Lehrkräften aller Schulstufen eine Plattform, um neue Unterrichtsmöglichkeiten kennenzulernen und bestehende MINT-Angebote weiterzuentwickeln. Das Netzwerk MINT Tirol, das zugleich drei Jahre MINT-Koordinationsstelle feierte, veranstaltete den Aktionstag in Kooperation mit dem Land Tirol, der Bildungsdirektion für Tirol und der PH Tirol.

Der MINT-Future-Day griff aktuelle Entwicklungen auf: In Workshops zu Themen wie Raumluft und 3D-Druck, Impulsvorträgen, MINT-Messeständen und zahlreichen „MI(N)Tmach“-Programmen erhielten die Pädagog:innen Einblicke in unterschiedliche Bildungsangebote. „Upcycling von Plastikmüll bis zur nachhaltigen Bienenzucht – MINT-Themen durchdringen alle Lebensbereiche. Wir wollen unsere Pädagoginnen und Pädagogen ermutigen, diese Themen von der Elementar- bis zur Sekundarstufe lebendig zu vermitteln. Genau das hat der erste MINT-Future-Day geschafft“, zeigt sich LRin Hagele begeistert. Die Veranstalter unterstützten unter dem Titel „Mission MINT“ auch den Weg zum MINT-Gütesiegel, das an besonders engagierte Bildungseinrichtungen vergeben wird. Derzeit gibt es in Tirol 62 MINT-Gütesiegelschulen und vonseiten des Bundes vier zertifizierte MINT-Regionen (Landeck, Osttirol, Kitzbühel und Kufstein).

Außerdem beteiligt sich die PH Tirol an Initiativen wie „Imst – Innovationen Machen Schulen Top“, entwickelt gemeinsam mit der Universität Innsbruck Unterrichtsmaterialien für Mittelschulen im Bereich MIN(K)T, führt internationale Erasmus-Projekte durch, an denen sich Lehrer:innen aller Schultypen aus Tirol beteiligen können, und bietet Schulentwicklung zum Thema MINT an. Ein Highlight im Bereich der Fort- und Weiterbildungen ist der neu konzipierte österreichweite Hochschullehrgang „HLG MINT“, für den die PH Tirol u. a. das Modul „Experimente im MINT-Unterricht“ organisiert. Der HLG MINT lädt Lehrpersonen zu einer modernen, praxisnahen Weiterbildung ein, die in sechs spannenden Modulen – von Nachhaltigkeit bis KI – frische Ideen und starke MINT-Kompetenzen für den Unterricht liefert.

Statements

Cornelia Hagele,
Landesrätin für Bildung:
Startschuss für neue MINT-Angebote an Tirols Kindergärten und Schulen

„Der Future-Day hat gezeigt, dass MINT schon lange kein Zukunftsthema mehr ist. Tirol geht hier voran: In allen Bezirken gibt es bereits flächendeckende Angebote an unseren Schulen und Kindergärten. Ich verweise hier auf die landesweite MINT-Offensive. Der Schwerpunkt liegt neben Workshops auf dem Ausbau von sogenannten Spürnasenecken im Elementarbereich und MINT-Laboren an den Schulen. Dafür stehen 2025 rund 1,3 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung.“

Gregor Örley,
Vizerektor für Studium und Lehre der PH Tirol:
MINT-Weiterbildung an der PH Tirol

„Der Code des MINT-Denkens ist für die PH Tirol klar definierbar: problemlösend, vernetzend, kritisch. Selbstverständlich bringen wir auch jenen Teams vollen Respekt entgegen, die das Programm in ihrem pädagogischen Feld als ‚MINKT‘ bezeichnen, wobei das ‚K‘ als eine der K-Schlüsselkompetenzen für ‚Kreativität‘ oder für die inhärente Reflexionsebene ‚Kunst‘ steht.

Über den MINT-Future-Day hinaus bietet die PH Tirol für Pädagog:innen ein reichhaltiges Programm an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten – dabei wird MINT um das Themenfeld Kunst ergänzt. Angebote sind dabei Vorträge, Workshops oder Lernwerkstätten in den MIN(K)T-Fächern.“

Elisabeth Lukasser-Vogl,
Leiterin der MINT-Koordination Tirol und Geschäftsführerin des Vereins „klasse!forschung“:
Doppeljubiläum: Drei Jahre MINT-Koordination Tirol – zehn Jahre Verein „klasse!forschung“

In den vergangenen drei Jahren konnte die MINT-Koordination Tirol eine erfreuliche Bilanz verbuchen: Die Tiroler MINT-Schecks trugen bei, insgesamt mehr als 300 Projekte in Schulen, Horten und Kindergärten umzusetzen und rund 12.000 Kinder und Jugendliche für MINT zu begeistern. Außerdem wurden elf Spürnasenecken – speziell für die Elementarpädagogik konzipierte MINT-Lernbereiche – in allen Tiroler Bezirken eingerichtet. Operativ ist die MINT-Koordination Tirol beim Verein „klasse!forschung“ angesiedelt, der am MINT-Future-Day zudem sein zehnjähriges Bestehen feierte.

Mit mehr als 1.000 Bildungsaktivitäten seit der Vereinsgründung 2014 und über 25.000 Teilnahmen von Schüler:innen bringt „klasse!forschung“ aktuelle Themen aus Wissenschaft und Technik direkt in Tiroler Schulen und Kindergärten. Elisabeth Lukasser-Vogl, Leiterin der MINT-Koordination Tirol und Geschäftsführerin des Vereins, erklärt dazu: „Mit dem MINT-Future-Day ist es gelungen, Pädagoginnen und Pädagogen von der Elementarstufe bis zur Matura mit wissenschaftlicher Expertise und engagierten Tiroler MINT-Anbieterinnen und -Anbietern zu vernetzen. Das vielfältige Programm bot Raum für Austausch, Inspiration und gegenseitiges Lernen. Dieses Event steht exemplarisch für die interdisziplinäre MINT-Nachwuchsarbeit, die ‚klasse!forschung‘ seit nunmehr zehn Jahren vorantreibt – und die im Rahmen der MINT-Koordination gezielt gebündelt und weiterentwickelt wird.“